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# große dinge in unruhigen zeiten

Als vor 28 Jahren der Turm der Emmauskirche saniert wurde, war die deutsche Wiedervereinigung gerade erst 3 Jahre her. Der Sanierungsbedarf der Bausubstanz vieler Gebäude in Leipzig war extrem hoch. So wurde viel gebaut und renoviert, die finanziellen Mittel waren immer sehr begrenzt und Fachfirmen nur bedingt verfügbar. Nicht alle fachlich relevanten Entscheidungen wurden nach heutigen Erkenntnissen optimal gefällt, so auch Entscheidungen zu den durchzuführenden Arbeiten am Turm zwischen 1993 und 1994. Manches würde man heute anders machen. Verschiedene Materialien, wie der Fugenmörtel u.a. wurden falsch ausgewählt und führen nun nach knapp 30 Jahren zu zwingend notwendigen Baumaßnahmen.

Die offenen Fugen des Verblendmauerwerks, die gerissenen Fialen unter der Plattform und die Nässeschäden im Inneren des Turms waren vor Einrüstung nur bedingt mit bloßem Auge von Weitem erkennbar. In den vergangenen Jahren suchten viele kleine Bäumchen in den Fugen Halt und es drohten aus kleinen schnell große Schäden zu werden. Nach Einrüstung des Turms im Sommer 2020 wurden weitere Schäden am Trag-werk im oberen Bereich erkennbar. So ist schon jetzt klar: Die geplante Fertig-stellung der Baumaßnahmen bis Ende 2021 mit Sanierung der Außenhülle wird sich, auch aufgrund der Begleiterscheinungen der Pandemie, voraussichtlich um einige Monate verschieben.

Bis Ende Februar sind im oberen Bereich des Turms große Bereiche des schadhaften Verblendmauerwerks abge-tragen worden, ebenso einige der betroffenen Zierelemente und Türmchen. Neue Formteile zum Wiedereinbau sind im Ziegelwerk bestellt und werden im Frühjahr für den Wiedereinbau erwartet.

Das Geläut (die Glocken) und die Uhr mit seinem Viertelstunden- und Stundenschlagwerk sind in eine Art „Dornröschenschlaf“ versetzt worden. Der gesamte Glockenturm im Inneren ist eingerüstet und derzeit wird das Mauerwerk saniert und frisch verputzt.

Das mechanische Uhrwerk, das seit über 115 Jahren zuverlässig läuft, ist eingehaust, abgedeckt und wartet auf den „Weckruf aus dem Dornröschen-schlaf“. Es ist übrigens ein Kraftakt die Uhr in Gang zu halten, denn nach dem Turmaufstieg müssen die drei zentner-schweren Gewichte mit einer massiven Kurbel jeweils 80 Umdrehungen nach oben gezogen werden, damit das Uhrwerk dann wieder 7 Tage läuft und auch schlägt. Die Zeiger und Ziffernblätter der Uhr werden derzeit entrostet und frisch lackiert. Diese Arbeiten werden von der Firma Zachariä aus Leipzig ausgeführt, die einstmals auch Erbauerin dieser Uhr war.

Die Kirchgemeinde ist froh, dass mit Fördermitteln des Bundes, des Landes Sachsen und der Landeskirche Sachsen nun erneut der Turm und in einem zweiten Bauabschnitt das Kirchenschiff von außen für die nächsten Jahrzehnte fit gemacht werden und einladend in den ganzen Stadtteil strahlen kann.

Rainer Wohlfarth  30.03.2021

# barrierefreies hören

Wir freuen uns, dass seit November 2020 das Projekt„Lieblingsplatz in Leipzig“ barrierefreies Hören in der Emmauskirche abgeschlossen werden konnte. Seit kurzem können im Kirchenschiff der Emmauskirche Menschen mit Höreinschränkungen durch eine Induktionsanlage besser hören. Die Anlage überträgt drahtlos und störungsfrei die Stimmen der in die Mikrofone sprechenden, direkt über das Hörgerät ins Ohr. Der Förderverein Denkmal Emmauskirche Leipzig e.V. hat das Projekt ins Leben gerufen und umgesetzt. Die Kosten für die induktive Höranlage werden vom Programm „Lieblingsplätze für Alle” der Stadt Leipzig übernommen. Wir danken als Vorstand besonders dem Engagement von Dietmar Virgenz, Rainer Wohlfarth, Dirk Thiele und Andreas Uhlig, ohne die das Projekt nicht möglich geworden wäre.

Dietmar Virgenz 03.12.2020

# was die stunde geschlagen hat

Die Bauarbeiten sind in vollem Gange. Mit Beginn der kommenden Woche wird der Gerüstaufbau abgeschlossen und die Maurer- und Putzarbeiten können beginnen. Seit über 115 Jahren läuft die Turmuhr in der Emmauskirche zuverlässig. Das ist nicht nur an der stets genauen Uhrzeit auf den rund zwei Meter großen Zifferblättern zu sehen, sondern auch hörbar. Denn die mechanische Uhr beherbergt ebenfalls das Schlagwerk für den Viertelstunden- und Stundenschlag. Vielen Dank an Herrn Busch (Mitglied unserer Fördervereins), der seit über 45 Jahren die Uhr liebevoll pflegt und auch jede Woche zwei Mal aufzieht. Das ist übrigens ein Kraftakt, denn nach dem Turmaufstieg müssen die drei zentnerschweren Gewichte mit einer massiven Kurbel jeweils 80 Umdrehungen nach oben gezogen werden, damit das Uhrwerk dann wieder 7 Tage läuft und auch schlägt. Im Rahmen der Turmsanierung werden nun das Uhrwerk und die Zifferblätter vor Beschädigung durch die Bauarbeiten geschützt und in den „Winterschlaf“ geschickt. Unter anderem nutzen wir die Gelegenheit, dass ein Gerüst am Turm aufgebaut ist und erneuern die Beschichtung der Zeiger und Markierungen. Diese Arbeiten werden übrigens von der Firma Zacharieä ausgeführt, die einstmals Erbauer dieser Uhr war

Dietmar Virgenz 03.12.2020

# sitzkissen

52 neue Sitzbankpolster für das Kirchenschiff der Emmauskirche

Wir freuen uns sehr über den Abschluss dieses Projektes.
Wenn Sie sich über die komfortable Sitzmöglichkeit in der Emmauskirche auch so freuen wie wir, dann erzählen Sie es bitte weiter oder unterstützen uns mit einer kleinen Spende. 

Martina Hergt 15.05.2019

 

# sinnstiftend wirksam werden

Vereinsvorstand 2020 (Foto: Giselher Hoyer)

 

 

 

 

Der Verein – 2011 gegründet – hat heute weit über 60 Mitglieder und zahlreiche Unterstützer und engagiert sich für die Erhaltung des Kirchengebäudes und seiner Einrichtung als Gesamtkunstwerk und für die Nutzbarmachung der Kirche als einen Ort geistlichen, musikalischen und kulturellen Lebens. Vereinsmitglieder betreuen das Bauwerk, planen und koordinieren Erhaltungsmaßnahmen und unterstützen hiermit die Bemühungen der Kirchgemeinde um Erhalt des Baudenkmals.

Der Förderverein organisiert jährlich mehrere Konzerte in der Reihe PRO ORGANO, deren Erlös für Erhalt und Pflege des Gebäudes, aber auch der kulturellen Öffnung der Kirche in den Stadtteil hinein dienen soll.  
Der Verein unterstützt die Kirchgemeinde bei ihren konzertanten Aktivitäten, organisiert selbstständig Ausstellungen, bemüht sich um Sammlung und Sicherung historischen Materials zur Kirchen- und Stadtteilgeschichte.

Der Verein bietet Interessierten ehrenamtlich organisierte Kirchen- und Orgelführungen an und öffnet regelmäßig die Kirchentür für Besucherinnen und Besucher z.B. am Tag des Offenen Denkmals. 

Mit sehr persönlichem Engagement und viel Fantasie seiner Mitgliedern werden Produkte wie selbstgebrautes Kirchenbier, Marmelade, Postkarten, Broschüren, Souvenirs für die Arbeit des  Vereins verspendet.

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